Einträge in #human centered design

organismus

Organisationen sind – näher betrachtet – uns Menschen nicht unähnlich: sie sind Organismen, die, solange man sie mit Nahrhaftem füttert, erstaunlich lange überleben können. Möchte man sie attraktiver machen, dann steckt man sie in neue Kleider; möchte man mit ihnen einen Wettkampf bestreiten, dann macht man sie schlank und fit; und möchte man, dass sie glücklich sind, dann gibt man ihnen eine sinnvolle Aufgabe!

kette

Wenn Sie wie ich leidenschaftlich Radfahren, oder auch nur zum Brötchenholen um die Ecke, dann wissen Sie, dass an einem Fahrrad Vieles kaputt sein kann, bevor man es stehen lässt: Platte Reifen, fehlende Schutzbleche, krummer Rahmen, ja sogar fehlende Sättel halten einen nicht davon ab, es weiterhin zu nutzen! Ein Bauteil hat es jedoch in sich und wenn das versagt, ist sprichwörtlich „Schicht im Schacht“: Es ist die Kette!

gestalten

Der Para­dig­men­wan­del führt unsere Gesell­schaft ins Wis­sens­zeit­al­ter und sorgt dafür, dass sie ‚ver­flacht’: statt hier­ar­chisch überein­an­der, sind die Gesell­schafts­schich­ten nun neben­ein­an­der ange­sie­delt. Diese fla­chen Struk­tu­ren wer­den noch ver­stärkt durch das Auf­kom­men der neuen ‚fla­chen’ Tech­no­lo­gien: alles wird digi­tal. Das Inter­net und digi­ta­li­sierte Inhalte erlau­ben den schnel­len Zugriff und den schnel­len Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen und Gütern aller Art. Die Rolle des Men­schen in die­ser neuen Zeit ent­wi­ckelt sich von der eines Arbei­ters, zu der eines Kon­su­men­ten – so sähen es die Her­stel­ler zumin­dest gerne.

die augen

Haben Sie sich nie gefragt, warum wir die Augen nebeneinander haben – und zum Beispiel nicht übereinander, oder eines vorn und eines hinten? Biologisch hat sich die parallele Anordnung eindeutig durchgesetzt, nicht nur bei der menschlichen Spezies. Und diese genetische Präferenz beeinflusst unser Verhalten und wie wir die Dinge sehen: vornehmlich streng fokussiert. Daher belächeln wir den “Hans-guck-in-die-Luft”, wenn er wieder vor die Laterne läuft oder in die Grube fällt und bedauern die Kuh, die nichts bemerkt, wenn der Metzger direkt vor ihr steht. Wir richten unseren Blick auf das, was sich direkt vor unserem Auge abspielt!

regen

Haben Sie Kinder? Wenn nicht, auch egal, denn Sie werden sich noch erinnern, an die Elternsprechtage! Dieses Umhergerenne auf dem Schulgelände, auf der Suche nach dem Raum, in dem der betreffende Lehrer oder die Lehrerin auf die Eltern und deren Schulkinder wartet. Je nach ‘Leistungsstand’ des Sprösslings sind es dann wenige oder recht viele dieser ‘Sprechstunden’ und je nachdem ist es eine Pflichtübung oder eine Tortur.

nickerchen

Es war ein Saal voller Angestellten. Nach und nach nahmen sie Platz und wirkten nicht wirklich begeistert: stand doch mein Vortrag zwischen dem eben erst genossenen Abendessen und einem vergnüglichen Zusammensein an der Bar! Und somit gab’s für mich die Aufgabe, diese Angestellten davon abzuhalten laut schnarchend die anderen auch zum Einschlafen zu verleiten.

ins herz

Es sei eine ‘kopernikanische’ Wende, so Götz Werner kürzlich in einer Rede, wenn man das bedingungslose Grundeinkommen einführen würde. Es wäre ein gesellschaftlicher Wandel, wenn man sich wieder auf das zurück besinnt, was diese Gesellschaft, als ökonomisches System, einst gebildet hat: nämlich auf das Vertrauen. Denn Vertrauen bildet die Grundlage unserer Wirtschaft; Indem wir reale Werte (Arbeitsleistung, Erzeugnisse, Lebensmittel) gegen abstrakte Werte (Geld, Kredit) eintauschen können und umgekehrt, können wir ein Wirtschaftssystem aufbauen. Ohne Vertrauen auf ein gutes Ende funktioniert so ein System nicht, etwas dass man besonders in Krisenzeiten erleben kann: Da gibt’s für eine Rolex ein Pack Butter, wenn man Dir traut.

eine designaufgabe

Es war ein schrecklicher Anblick: Ein Wirrwarr an Kabeln, Schläuchen und Metallteilen hing von der Decke herunter und verlieh dem Ganzen den Eindruck einer Folterkammer, ganz so wie man es aus den alten schwarz-weiss Horrorfilmen kennt – Frankenstein lässt grüßen.

Für das Personal schien dieser Eindruck eher Nebensache, denn das Hauptaugenmerk lag ganz beim Patienten. Wie ich noch heraus finden sollte: Gemeint war der ‘medizinische Fall’ des Patienten und nicht zwangsläufig auch dessen Befindlichkeit – ein subtiler, aber wichtiger Punkt.

Die erwähnte Gräuelkammer war ein Operationssaal, in dem man mittels Katheterisierung den Patienten die Herzkranzgefäße aufweitet, auf dass sie wieder die Treppen hoch kommen. Für den behandelnden Kardiologen alles Routine, für unsereins eine rechte Tortur, zumal die wirkliche Qual ja schon in der Erkrankung selbst liegt.

1:100

Da war sie wieder, die Schlagzeile im Wirtschaftsteil der Tageszeitung: Es geht bergauf mit der Wirtschaft!

Gemäß der günstigen Lage haben die Vorstände der DAX-Unternehmen ihren verdienten Lohn gleich mit nach oben korrigiert. Denn es waren ja auch wirklich harte Zeiten für die Herren im Maßanzug: mit aufgekrempelten Ärmeln standen sie knie-tief im Mist der Krise und päppelten mit vollem Einsatz ihre angeschlagenen Betriebe wieder auf, damit wir nun alle positiv in die Zukunft blicken können – Jetzt rollt der Rubel wieder! 

frei

Sind Sie schon mal beim Orthopäden gewesen, z. B. wegen eines schmerzhaften Knies?

Vielleicht ist es Ihnen dann genau so gegangen wie mir: Sie haben die Diagnose über das Symptom erhalten, das man anhand eines Röntgenbildes zweifelsfrei nachweisen konnte, aber die Ursache blieb ungewiss. Nach der Abfertigung und der Blitz-Analyse schmerzt es nach wie vor und Sie wissen immer noch nicht wie Sie die Schmerzen wieder los werden.