Einträge in #design

maschine

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn ein einziger Blick genügt, um sich anschliessend Stunden mit der Verarbeitung des visuellen Eindrucks zu beschäftigen, weiss man, dass dieses Sprichwort sticht.
So geschah es mir, als ich mit 17 ein Foto in einer Zeitschrift sah, dessen Wirkung und die darauf folgende genaue Analyse mein weiteres Leben maßgeblich bestimmen würde: Es prägte nachhaltig mein Empfinden und meine Aufmerksamkeit für Sinnlichkeit und Ästhetik – und für den Radsport.

ratlose designer

Die Stimmung war eher gedrückt, etwas ratlos vielleicht auch. Die Leidensgenossen waren sich einig, dass sich gerade etwas grundlegend ändert – und dass sie dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. So sehr sie sich immer für Veränderung ausgesprochen hatten, in den vielen erhitzten Debatten mit Kunden und Auftraggebern, so wussten sie jetzt nicht recht Rat, wie mit der Situation um zu gehen. Die Existenz ihrer Berufsgattung steht auf dem Spiel!

ich-designer

Wir alle suchen den Superstar – oder auch das Top-Model!

Zu Millionen verfolgen wir, wie Menschen versuchen, sich im Wettbewerb gegenüber anderen durch zu setzten, um letztendlich im Rampenlicht zu (v)erstrahlen – auf dem Weg zu Ruhm und Erfolg! Und dabei ist es völlig egal was man kann, Hauptsache man zeigt überzeugend das, was die anderen nicht haben! Ist man nicht die Hübscheste, dann eben die Hässlichste, kann man nicht singen wie Pavarotti, dann eben die Katzenfuttermarke am Kot erschnuppern – um ganz oben auf dem Podest zu stehen, kommt es darauf an, einmalig zu sein und Einmaliges zu leisten. Ganz egal ob das, was dabei heraus kommt, irgendwen weiter bringt – außer sich selbst.

eine lektion

Gut dass es Designer gibt, die die Dinge aus einer anderen Sichtweise betrachten und somit zu neuen, relevanten Einsichten kommen, oder?

Es ist nicht so, dass nur Designer dies können – es kommt auf ein ‘designhaftes’ Denken an, das mit Neugierde und Empathie Bestehendes zum Besseren verändern will – dies können also im Prinzip fast alle. Allerdings müssen sie dafür ein kreatives Denken mitbringen, dass das Bessere gestalten und formen kann, als auch eine Form der Empathie, sich vorstellen zu können, wie sich dieses ‘Bessere’ für andere auswirkt und somit tatsächlich als ‘besser’ empfunden wird. Da wird die Luft dann etwas dünner.

eine designaufgabe

Es war ein schrecklicher Anblick: Ein Wirrwarr an Kabeln, Schläuchen und Metallteilen hing von der Decke herunter und verlieh dem Ganzen den Eindruck einer Folterkammer, ganz so wie man es aus den alten schwarz-weiss Horrorfilmen kennt – Frankenstein lässt grüßen.

Für das Personal schien dieser Eindruck eher Nebensache, denn das Hauptaugenmerk lag ganz beim Patienten. Wie ich noch heraus finden sollte: Gemeint war der ‘medizinische Fall’ des Patienten und nicht zwangsläufig auch dessen Befindlichkeit – ein subtiler, aber wichtiger Punkt.

Die erwähnte Gräuelkammer war ein Operationssaal, in dem man mittels Katheterisierung den Patienten die Herzkranzgefäße aufweitet, auf dass sie wieder die Treppen hoch kommen. Für den behandelnden Kardiologen alles Routine, für unsereins eine rechte Tortur, zumal die wirkliche Qual ja schon in der Erkrankung selbst liegt.

captain kirk

Bei diesem Entwurf teilte sich die Jury des Designpreises in zwei Lager: Die Einen fanden es einen gelungenen Versuch, den Anforderungen der ‘Generation Digital’  und deren Lifestyle gerecht zu werden, die Anderen verzogen ratlos und teils auch angewidert ihre Gesichter, bei so viel Hightech, Glanz, Display und ‘Digital’.

Wie auch immer die Meinungen lauteten, alle einigten sich allerdings darauf, dass hier gestalterisch geklotzt wurde und nicht gekleckert…! Und somit kam der Entwurf eines Auto-Interieurs eine Runde weiter.

wut-designer

Es war eine Designveranstaltung wie viele andere auch. Anschliessend war ‘Bühne frei’ für die Befragung: Die Zuhörer hatten jetzt die Gelegenheit, den Referenten auf den Zahn zu fühlen, wovon einige sofort emsig Gebrauch machten. Und es war nur eine Frage von Minuten, bis sie kommen würde, nämlich die Frage nach dem Stellenwert des Designs im Unternehmen!

design und kunst

Ich weiss, man begibt sich aufs Glatteis: Wer versucht, den Unterschied zwischen Design und Kunst zu erörtern, droht schnell einzubrechen und sich nasse Füße zu holen, also lässt man es lieber gleich sein, oder?

Jedoch, wo ich jetzt in einem Department für Design und Kunst arbeite, will ich mal einen Versuch wagen: Denn eine spannende Frage ist es allemal – ist Design nun Kunst und kann Kunst Design sein? Wo hört Kunst auf, wo fängt Design an? Was haben beide gemeinsam, dass sie so oft in einem Atemzug genannt werden und dass Blogs zu diesem Thema schier endlose Kommentar-threads erzeugen?

teuer

Jetzt, nach vielen Jahren der Zusammenarbeit, weiss ich, dass er großen Respekt vor der Sache hat – vor Design und den Designern. Vielmehr glaube ich sogar, dass er uns Designer insgeheim bewundert. Seine anfänglich abweisende Haltung gegenüber Vertretern unserer Gattung, resultierte, glaube ich, aus der Gewissheit, dass er nie das machen kann, was Designer tun, aber die Designer vielleicht doch dasjenige, was er tut – wenn sie nur wollten… aber zum Glück wollen die ja gar nicht!

herzblut

Kürzlich lief ich über einen Jahrmarkt und entdeckte einen Stand, indem ein Handwerker Körbe flocht. Andächtig blieb ich stehen und beobachtet den Korbflechter bei seiner Arbeit. Die Handgriffe saßen und er war sogar in der Lage, sich während des Flechtens, mit den interessierten Passenten zu unterhalten. Auf einmal hielt er inne – er war gerade halbwegs fertig mit einem Korb – als ob er fühlte, dass etwas nicht in Ordnung war: Tatsächlich hatte das Geflecht auf der Unterseite eine andere Farbe und war dünner als Oben, also zupfte er alles wieder auseinander und fing von Neuem an.